Informatik, TU Wien

Emanuel Sallinger promoviert sub auspiciis praesidentis rei publicae

Bundespräsident Fischer zeichnet akademische Bestleistung aus

Am 10. April 2015 verlieh der Bundespräsident Goldene Ehrenringe der Republik an zwei Absolventen der TU Wien als Anerkennung für ihre kontinuierlich exzellenten Leistungen. Einer dieser Absolventen war Emanuel Sallinger, der sein Doktoratsstudium am Institut für Informationssysteme abgeschlossen hat.
Emanuel Sallinger wuchs in Wien auf und besuchte die HTL für EDV und Organisation in der Spengergasse bevor er 2005 sein Studium an der Technischen Universität Wien begann. Nach dem Bachelorstudium Software and Information Engineering und dem Masterstudium Computational Intelligence – beide in Mindestdauer abgeschlossen – begann er sein Doktoratsstudium und zusätzlich das Masterstudium Informatikmanagement. Sein Doktoratsstudium beendete er im Sommer 2014 mit einer Dissertation zum Thema „Foundations of Information Integration: Analyzing, Managing and Reasoning about Schema Mappings“ und schloss sein zweites Masterstudium im März 2015 ab.
In seiner bisherigen Laufbahn wurde Emanuel Sallinger bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem durch Leistungsstipendien des Ministeriums, ein Forschungsstipendium des WWTF und ein Stiftungsstipendium der TU Wien. Für seine Diplomarbeit erhielt er den „Distinguished Young Alumnus Award“ der Fakultät für Informatik und den Diplomarbeitspreis der Stadt Wien. Seine Dissertation wurde für den Dissertationspreis der Gesellschaft für Informatik nominiert.
Emanuel Sallinger war von 2010 bis 2014 Universitätsassistent im Arbeitsbereich für Datenbanken und Artificial Intelligence am Institut für Informationssysteme und wirkte maßgeblich bei zwei Lehrveranstaltungen mit über 300 Studierenden mit. Im Herbst 2015 wird er eine prestigeträchtige PostDoc-Stelle an der Oxford University antreten.
Während der Verleihung hielt sein Betreuer Professor Reinhard Pichler eine Rede zum Thema Qualität der Universitätslehre mit Verweis auf den Gödel’schen Unvollständigkeitssatz. Der Logiker Kurt Gödel zeigte, dass ein komplexes System kein passendes Axiomensystem besitzen kann, weil dieses immer entweder zu klein (Unvollständigkeiten) oder zu groß sein wird (Widersprüche). Auch für die Lehrsituation an der Universität gilt dieser Satz: Es wird Fachwissen vermittelt, welches jedoch oft unvollständig und möglicherweise sogar widersprüchlich ist. Mit diesem Fachwissen als Axiomensystem können zu ein und derselben Fragestellung unterschiedliche Antworten abgeleitet werden, die alle ihre Berechtigung haben. Die Qualität der Lehre an der Fakultät für Informatik zeigt sich nicht zuletzt darin, diese Problematik und den Umgang damit gezielt zu thematisieren. Das vermittelte Fachwissen ist Voraussetzung, um mitreden zu können. Durch Bewusstseinsbildung für dessen Unvollständigkeiten und Widersprüche wird zudem gelehrt, dieses Wissen kritisch zu analysieren und Problemlösungen unter Berücksichtigung dieser Defizite zu formulieren.