Informatik, TU Wien

START-Preis für Ivona Brandic

Eine der diesjährigen Auszeichnungen des FWF geht an Informatikerin.

TU Wien, adaptierter Text, Florian Aigner

START-Preis für Ivona Brandic

Zwei Forschungsprojekte der TU Wien wurden 2015 vom österreichischen Wissenschaftsfonds FWF mit START-Preisen ausgezeichnet: Eines davon stammt aus dem Bereich Cloud-Computing und wird von Ivona Brandic geleitet. Sie erforscht, wie man große, aufwändige Berechnungen effizient und unter Einhaltung bestimmter Regeln auf viele Computer verteilen kann.

Computerberechnungen in der Cloud

Computer-Rechenleistung lässt sich heute weltweit teilen. Wenn der eigene PC unter dem Schreibtisch nicht ausreicht, dann kann man über das Internet auf die Leistung großer Computer-Cluster mit vielen tausend Prozessoren zugreifen. Wo diese Rechner physisch herumstehen, ist dabei meist egal – genauso wie der physische Speicherort von Bildern, die wir über Cloud-Services mit Freunden teilen. Man kann sogar noch einen Schritt weitergehen, und für eine große Rechenaufgabe mehrere Clouds gleichzeitig nutzen. Wichtig ist dabei aber eine Software, die dafür sorgt, dass die Rechenaufgaben richtig und effizient auf die einzelnen Clouds und die einzelnen Prozessoren aufgeteilt wird. Mit solchen Programmen („Schedulern“) beschäftigt sich Ivona Brandic vom Institut für Softwaretechnik und Interaktive Systeme.

Cloud-Dienste und User stellen bestimmte Anforderungen. Vielleicht schreibt der Cloud-Dienst eine Speicherplatz-Obergrenze vor, der User ist wichtig, seine Rechenergebnisse möglichst schnell zu bekommen. Der Cloud-Betreiber möchte seinen Stromverbrauch möglichst gering halten, der User legt möglicherweise Wert darauf, dass die Daten nicht in einem bestimmten Land gespeichert werden. Um all das zu erreichen, muss die Rechenarbeit nach ausgeklügelten Systemen auf die einzelnen Rechner in den Clouds verteilt werden. Die Software muss vorausschauend und flexibel agieren und ständig neu entscheiden, welche Rechenaufgaben auf welchen Rechner verlagert werden sollen. „Wir wollen ein autonomes System aufbauen“, sagt Ivona Brandic, „ein Computersystem, das sich selbst automatisch überwacht und managt, ähnlich wie das unser Körper macht. Er kümmert sich um Atmung, Gleichgewicht oder Körpertemperatur, ohne dass wir ständig bewusst eingreifen müssen.“

Ivona Brandic studierte an der TU Wien und der Universität Wien. Als Visiting Researcher arbeitete sie an der Universität Melbourne, seit 2007 forscht sie an der TU Wien, derzeit am Institut für Softwaretechnik und Interaktive Systeme. Brandic wurde bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter auch der Wissenschaftspreis der TU Wien im Jahr 2011.

START-Preis: Chance für große wissenschaftliche Karrieren

Mit dem START-Preis gibt der österreichische Wissenschaftsfonds FWF jungen Forscherinnen und Forschern die Chance, bis zu sechs Jahre lang finanziell abgesichert ihre Forschungsarbeiten eigenständig planen zu können. Das Geld des START-Preises ermöglicht den Aufbau eines eigenen Forschungsteams und bereitet die PreisträgerInnen damit optimal auf Führungspositionen in der Wissenschaft vor.


Rückfragehinweis:
Privatdoz. Dr. Ivona Brandic
Institut für Softwaretechnik und Interaktive Systeme
Technische Universität
Favoritenstr. 9-11
Raum Nr. HG0210
ivona.brandic@tuwien.ac.at
Tel.: 0043 (1) 58801 - 188761