Informatik, TU Wien

PRIP-Preis 2008

Der PRIP-Preis wurde heuer zum neunten Mal vom Institut für Rechnergestützte Automation, Arbeitsbereich Pattern Recognition and Image Processing (PRIP) für hervorragende Leistungen von Studierenden der Bachelor- bzw. Masterstudien vergeben.

PreiseträgerInnen 2008

Bilal Alsallakh

erhielt den Master-Preis für seine Arbeit mit dem Titel „Integrating Global Pattern Features with Elastic Matching for Segmenting and Recognizing Connected Time Series“. Im Rahmen dieser Arbeit wurde ein Verfahren für die Erkennung von kursiven arabischen Handschriften entwickelt, dessen Grundidee auch für die Erkennung von kontinuierlichen ein-dimensionalen Mustern verallgemeinerbar ist. So ist das Verfahren auch für die kontinuierliche Spracherkennung einsetzbar, bei der ein Muster als Zeitreihe repräsentiert wird. Die Erkennung basiert auf einem elastischen Matchingverfahren, das die Segmentierung der eingelesenen Schriftzüge (Zerlegung in inhaltlich zusammenhängende Teile) als entsprechende Folge von vorgefertigten Mustern (Schriftzeichen) berechnet.

In der Arbeit wird eine Erweiterung für dieses elastische Matchingverfahren vorgeschlagen, die auch die globalen Mustermerkmale im Matchingverfahren integriert. Die globalen Merkmale eines Musters, die durch Berücksichtigung aller Stellen in seiner Zeitreihe berechnet werden, stellen zusätzliche Musterdeskriptoren dar, die in Kombination mit dem elastischen Matchingverfahren das Ergebnis gegenüber dem Standardverfahren erheblich verbessern können. Die Erweiterung hat Potential für höhere Erkennungsrate und Rauschtoleranz. In kursiver Handschrifterkennung für Arabisch, hat die Integration der Winkelsumme als globales Merkmal die Erkennungsrate von 88% auf 97% erhöht

Jana Banova

erhielt für ihre Arbeit „Computational Aesthetics for Photography“ den PRIP-OCG-Bachelor-Preis. Mit der wachsenden Beliebtheit und Menge der digitalen Fotografie wächst der Bedarf an qualitätsbasierten Bildmanagementsystemen. Eine der Herausforderungen ist es, die besten Bilder aus großen Sammlungen automatisch auszuwählen. Trotz der Tatsache, dass Schönheit sehr subjektiv erscheint, ist es dennoch möglich einige "Faustregeln" zu formulieren, mit denen man visuelle Ästhetik beschreiben kann. Wenn man diese Regeln benutzt, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass die automtische Auswahl ein „schönes“ Bild liefert. Viele professionelle Fotografen benutzen diese Faustregeln, um schöne Bilder aufzunehmen.

Einige der Faustregeln können in mathematische Formeln bzw. Algorithmen übersetzt werden. Im Rahmen dieser Arbeit wurden auf dieser Basis Merkmale für eine zufällig ausgewählte Sammlung von Bildern ausgerechnet und damit eine Support Vector Machine trainiert, mit dem Ziel, zwischen gefälligen und nicht gefälligen Bildern zu unterscheiden. Alle Testbilder wurden von mehreren Mitgliedern einer auf Fotografie spezialisierter Internet-Community bewertet. Die Ergebnisse des automatischen Klassifikators wurden ausgewertet und mit der menschlichen Bewertung verglichen. Trotz der hohen Kompexität der Aufgabe waren die vorläufigen Ergebnisse zufriedenstellend, aber noch nicht ausreichend gut, um das Verfahren in der alltäglichen Praxis anzuwenden.

Preisverleihung

Die diesjährige Preisverleihung fand am 25.11.2008 im Heinz-Zemanek-Saal der OCG statt. Insgesamt fünf Kandidaten bewarben sich für die beiden Preise. Die Kandidaten haben sich durch die erfolgreiche Absolvierung von PRIP-Lehrveranstaltungen im Bereich Bildverarbeitung und Mustererkennung für die Preise qualifiziert. Die Bestgereihten wurden eingeladen, einen Vortrag über eine eigene Arbeit (z. B. Praktikum, Bachelor- oder Masterarbeit) vor einer Jury zu halten, die sich sich aus Lehrpersonal der TU-Wien und Repräsentanten der Sponsoren zusammensetzte. Diese traf im Anschluss an die Präsentationen die Entscheidung über die Preisvergabe.

Die Entscheidungskriterien waren unter anderem die Eigenständigkeit der Umsetzung, die Systematische Aufbereitung sowie die Motivation und Begründung des gewählten Lösungswegs

Seit der erstmaligen Vergabe des PRIP Preises im Jahr 2000 wurde in Summe mehr als 15.000 Euro an Preisgeld vergeben. Der Masterpreis war heuer mit 1.800 Euro dotiert und wurde von den Firmen Geldservice Austria GmbH, APA-IT Informations Technologie GmbH, Center Communication Systems GmbH, Austrian Research Centers GmbH, Arsenal Research GmbH, Cogvis Software und Consulting GmbH, Otto Bock Healthcare Products GmbH und KiwiSecurity gesponsert. Der mit 800 Euro dotierte OCG-Bachelorpreis wurde exklusiv von der Österreichischen Computer Gesellschaft gesponsert.

Die Arbeiten der beiden Preisträger werden in einer der nächsten Ausgaben des OCG Journals ausführlich vorgestellt.

Die PRIP-Preise werden auch 2009 wieder verliehen.

Kontakt

Prof. Walter Kropatsch
Technische Universität Wien
Institut für Rechnergestützte Automation
Favoritenstr. 9-183/2, 1040 Wien
+43 (1) 58801 - 18351
krw@prip.tuwien.ac.at