Informatik, TU Wien

Henry Fuchs und Moshe Vardi erhalten Ehrendoktorat der TU Wien

Verleihung der Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Wien (TU Wien) an Henry Fuchs (Universität North Carolina / TU Wien) und Moshe Vardi (Rice University).

Am 8. Mai verleiht Sabine Seidler, Rektorin der TU Wien, den beiden renommierten Informatikern Henry Fuchs und Moshe Vardi die akademische Ehrung "Ehrendoktor". Die Laudatoren Prof. Werner Purgathofer und Prof. Georg Gottlob werden einen kurzen Einblick in die Verdienste der neuen Ehrendoktoren geben.

Kurzbiografien

Moshe Vardi | Mit mehr als 42.000 Zitationen gehört Moshe Y. Vardi zu einem der meistzitierten Computerwissenschafter der Welt. Seit 1993 ist Vardi Professor an der Rice University (Texas, USA). Als ein führender Forscher auf dem Gebiet der Logik-Anwendungen in der Informatik gilt er als starke Stimme in der Diskussion um die Rolle der Informatik in der Gesellschaft. Seine Vorträge und Artikel über die Implikationen von Robotik und künstlicher Intelligenz (bis hin zur Frage, ob intelligente Roboter unsere Arbeitsplätze stehlen) haben den öffentlichen Diskurs stark beeinflusst. Bis 2017 war Vardi als Chefredakteur der Communications of the ACM (CACM) tätig. Moshe Vardi studierte Physik und Informatik an der Bar-Ilan Universität und am Weizmann Institut. Er promovierte an der Hebräischen Universität in Jerusalem (Israel). Vardi war mehrere Jahre in verschiedenen Positionen bei Top-Institutionen wie der Hebrew University, der Stanford University und dem IBM Research Center in San Jose (USA) tätig.

Henry Fuchs | Henry Fuchs ist einer der führenden Wissenschafter auf dem Gebiet der virtuellen und erweiterten Realität und hat seit den 1970er Jahren für viele dafür notwendige Teiltechnologien den Weg bereitet, Jahre bevor es überhaupt einen Namen für dieses Gebiet gab. Gemeinsam mit seinem Team entwickelte Fuchs Headsets, die reale und virtuelle Objekte richtig kombinieren. Dazu leistete er Pionierarbeit bei Techniken zum "Tracken" von Headsets, indem er deren Position und Ausrichtung im Raum lediglich durch Sensoren am Headset und ohne externe Geräte bestimmte. Henry Fuchs und sein Team entwickelten Algorithmen und Hardware für real-time, realistic image generation virtueller Objekte und erzeugte damit die Vorläufer der Graphics Processing Units (GPUs), die heute in jedem Computer und mobilen Gerät zu finden sind. Zudem entwickelten die ForscherInnen bahnbrechende Augmented-Reality-Systeme, mit denen beispielsweise ein Arzt einen Tumor im menschlichen Körper sehen konnte, um genauere Nadelbiopsien zu ermöglichen. Für seine Arbeit erhielt Henry Fuchs zahlreiche Anerkennungen. Er ist Fellow der ACM und IEEE, Preisträger des 2013 Virtual Reality Career Award des IEEE VGTC, Fellow der Amerikanischen Akademie der Wissenschaften, Mitglied der ehrwürdigen (US) National Academy of Engineering. Im Jahr 2015 erhielt er den Steven A. Coons Award von ACM Siggraph, den renommiertesten Preis für Computergrafik.
 

Global and Societal Challenges for Computer Science

Anlässlich der Verleihung widmen sich die beiden renommierten Informatiker aktuellen Herausforderungen der Grundlagenforschung. Gemeinsam mit Christiane Floyd (Universität Hamburg / TU Wien) und Hannes Werthner, Dekan der Fakultät für Informatik (TU Wien), erörtern die DiskutantInnen bei der Abendveranstaltung "Global and Societal Challenges for Computer Science" die Rolle von Informatik und Universitäten im transformativen Zusammenspiel von universitärer Exzellenz und gesellschaftlicher Verantwortung - 8.5.2018, 17:30 Uhr im TUtheSky. Weitere Informationen finden Sie hier.