Informatik, TU Wien

Ina Wagner erhält Gabriele Possanner-Staatspreis

Die Informatikerin Ina Wagner wird am internationalen Frauentag mit dem Gabriele Possanner-Staatspreis 2011 für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Seit Anfang der 1980er Jahre setzt sich die Preisträgerin auf vielfältige Weise für die Frauenförderung in der Wissenschaft und die Förderung von Geschlechterdemokratie ein.

Ina Wagner war bis 2011 Professorin am Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung. In ihrer wissenschaftlichen Arbeit befasst sie sich primär mit den Bereichen Arbeitsorganisation und Arbeitspraxis sowie der Gestaltung von Technologien, die in diesem Kontext unterstützend wirken. Dabei berücksichtigt die Wissenschafterin stets auch die Perspektive der feministischen Forschung bzw. Gender Studies. Ein weiteres ihrer zentralen Forschungsinteressen an der Schnittstelle von Informatik und Sozialwissenschaft ist die Ethik.

Durch zahlreiche Projekte und Aktivitäten hat I. Wagner sowohl an der TU Wien als auch auf nationaler und EU-Ebene die Sensibilisierung für Genderfragen und Geschlechtergerechtigkeit erfolgreich vorangetrieben: als Mitglied der Ethikgruppe der Europäischen Kommission und der Österreichischen Bioethik-Kommission, als Gründungsmitglied des Arbeitskreises für Gleichbehandlungsfragen an der TU Wien, als Mentorin sowie Autorin über Fragen der feministischen Perspektive in Naturwissenschaft und Technik u.v.m.

Förderung der Geschlechterdemokratie

Als Erinnerung an die erstmalige Verleihung eines akademischen Grades an eine Frau durch eine Universität der Republik Österreich werden Wissenschafterinnen, die die Chancengleichheit für Frauen und Männer in allen Lebensbereichen fördern, vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (bmwf) mit dem Gabriele Possanner-Staatspreis ausgezeichnet. Die Vergabe des mit 10.000 Euro dotierten Staatspreises erfolgt alle zwei Jahre.

Gabriele Possanner, die Namensgeberin des 1997 initiierten Preises, erwarb das Doktorat der Medizin an der Universität Zürich. Dieses wurde 1897 erst nach erneuter Ablegung zahlreicher Prüfungen von der Universität Wien anerkannt. Sie gilt als Pionierin und Vorkämpferin für die berufliche Chancengleichheit von Frauen.