Informatik, TU Wien

Sechs Informatik-Projekte bei IKT-Call 2012 erfolgreich

Bei der diesjährigen WWTF-Ausschreibung im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) kommen mehr als die Hälfte der zehn geförderten Projekte aus der Fakultät für Informatik. Die WissenschafterInnen zeigen nach den Erfolgen im letzten Jahr erneut ihre Vorreiterrolle in der IKT-Forschung.

Das Themenspektrum der Forschungsprojekte reicht dabei von SPARQL Evaluation und automatisierter Programmanalyse über Security und Digital Preservation bis hin zur Videosequenzerkennung. Ein weiteres Projekt im Bereich von Visual Analytics kommt aus dem eng an die Fakultät angebundenen Kompetenzzentrum VRViS (Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung). Die Projekte werden mit insgesamt rund 3 Mio. Euro für eine Dauer von zwei bis vier Jahren vom Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) gefördert.

Breites Themenspektrum der geförderten Projekte

Unter dem Titel „SEE: SPARQL Evaluation and Extensions“ wird Reinhard Pichler (Institut für Informationssysteme, AB Database and Artificial Intelligence) die Grundlagen für eine effiziente Auswertung der Semantic Web-Anfragesprache SPARQL schaffen. Diese Anfragesprache erlaubt es, die Bedeutung von Web-Informationen für Computer verständlich zu machen. Um das Potenzial des Semantic Web besser auszuschöpfen, soll die effiziente Anfragebearbeitung außerdem auf weitere Datenformate im Web (insbesondere das XML Format) angewandt werden.

Florian Zuleger (Institut für Informationssysteme, AB Formal Methods in Systems Engineering) wird mit seinem Projekt „Automated Program Analysis for Bounds on Resource Consumption“ mathematische Modelle für einen möglichst effizienten Verbrauch eingeschränkter Ressourcen (Zeit, Speicherkapazität, Strom, etc.) entwickeln. Mittels entsprechender Softwaretools können diese beschränkten Ressourcen effizienter genutzt und gleichzeitig die Programmeffizienz maximal ausgeschöpft werden.

Im Rahmen des Projekts „Formalizing Information Security Risk and Compliance Management” wird Stefan Fenz mit seinem Team (Institut für Softwaretechnik und Interaktive Systeme, AB Information and Software Engineering) neuartige Unterstützungsmethoden für kosteneffiziente Strategien entwickeln, um operative und strategische IT-Sicherheitsrisiken zu senken. Risikoberechnungsmethoden und semi-automatisierte Maßnahmen dienen der Behebung von Sicherheitslücken oder Risikominimierung und ermöglichen reibungslose Unternehmensabläufe. Am gleichen Arbeitsbereich wird Christoph Becker logische Bewertungssysteme für die Langlebigkeit digitaler Informationen in Organisationen entwickeln. Das Projekt „Benchmark DP“ (Digital Preservation) konzentriert sich auf die Bewertung und Vergleichbarkeit von Prozessen, Systemen und Organisationen im Bereich des digitalen Informationsmanagement. Dadurch sollen die langfristige Verwaltung und Archivierung von digitalen Inhalten und kulturellem Erbe verbessert werden.

Im Bereich der Videosequenzerkennung wird Maia Zaharieva (Institut für Softwaretechnik und Interaktive Systeme, AB Interactive Media Systems) im Rahmen des Projekts „Unusual Sequences Detection in Very Large Video Collections“ Methoden für einen effizienten Zugriff auf große Video-Datenbanken entwickeln. Als neuartig erweist sich ihr Zugang: Das neue Retrieval-System soll auch Ähnlichkeiten im Kontext von kinematografischen und semantischen Konzepten berücksichtigen, wobei auf ungewöhnliches und damit potenziell interessantes Material abgezielt werden soll.

Ein weiteres Projekt im Bereich von Visual Analytics wird am fakultätsnahen Kompetenzzentrum VRViS gefördert: Jürgen Waser wird unter dem Titel „Scenario Pool: Visual Analytics for Action Planning in the Presence of Uncertainty“ ein neuartiges Entscheidungshilfesystem entwickeln. Dieses soll insbesondere für komplexe und zeitkritische Situationen verschiedene Lösungsszenarien generieren und bspw. bei Katastrophen Anwendung finden.

IKT-Schwerpunkt des WWTF

Mit dem Förderschwerpunkt "Informations- und Kommunikationstechnologien" (IKT) verfolgt der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) die gezielte Stärkung von Spitzenforschung in Wien. Neben den "Vienna Research Groups for Young Investigators", die im Vorjahr erstmals als Förderinstrument im Rahmen des IKT-Förderschwerpunktes eingesetzt und heuer an der Fakultät für Informatik eingerichtet wurden (Informatik-Erfolge bei Call 2011), werden wissenschaftliche Projekte mit einer mittelfristigen Nutzen- und Verwertungsperspektive gefördert. Der Schwerpunkt “Informations- und Kommunikationstechnologien” (IKT) wurde 2007 vom WWTF eingerichtet.