Informatik, TU Wien

Die Grundlagen für die Computerindustrie von morgen

Mit dem neuen Doktoratskolleg „Logische Methoden in der Informatik“ wird der stark wachsende Forschungsbereich nach der Eröffnung des Vienna Centers for Logic and Algorithms Anfang 2012 an der Fakultät für Informatik weiter vorangetrieben.

Für die Softwaretechnik wird Logik in Zukunft eine immer größere Rolle spielen. Computer, die selbstständig argumentieren und urteilen können, werden in ganz verschiedenen Bereichen Einzug halten – etwa in der Medizin, in der Wirtschaft, aber auch in Alltagsanwendungen zu Hause.

„Ähnlich wie die Differential- und Integralrechnung völlig neue Möglichkeiten für die Physik und die Ingenieurswissenschaften eröffnet hat, ist die Logik eine Schlüsseldisziplin für neue Entwicklungen in den Computerwissenschaften“, meint Helmut Veith vom Institut für Informationssysteme (Arbeitsbereich Formal Methods in Systems Engineering), der gemeinsam mit Stefan Szeider das Doktoratsprogramm leitet.

Durch das Vienna Center for Logic and Algorithms (VCLA) wurde in den vergangenen Jahren ein international sichtbares Kompetenzzentrum für Logik in der Informatik aufgebaut, das nun durch das Doktoratskolleg noch weiter gestärkt wird.

In drei Forschungsbereichen der Logik wurde in den letzten zwei Jahrzehnten an der TU Wien eine besonders gute internationale Sichtbarkeit erreicht, diese Bereiche werden auch im neuen Doktoratskolleg eine wichtige Rolle spielen: Erstens Computational Logic, hier ganz besonders die Beweistheorie, Komplexitätstheorie und automatische Beweisführung, zweitens die Anwendung von Logik auf Datenbanken und künstliche Intelligenz und drittens computergestützte Verifikation bzw. das so genannte „Model Checking“, bei dem mit Hilfe von Computerprogrammen Algorithmen auf Fehler untersucht werden.

Neben der Fakultät für Informatik sind auch die Fakultät für Mathematik und Geoinformation der TU Wien, die Universität Linz und die Technische Universität Graz mit je einer DoktorandInnenstelle im Doktoratskolleg vertreten. Die Zusammenarbeit mit Graz und Linz verstärkt die bestehenden Synergien im Nationalen Forschungsnetzwerk Rigorous Systems Engineering.

Doktoratskollegs des österreichischen Wissenschaftsfonds

Neben dem neuen Doktoratskolleg an der Informatik konnte die TU Wien bei der diesjährigen Vergabe des österreichischen Wissenschaftsfonds FWF noch mehr punkten: Der FWF fördert das neue Doktoratsprogramm „Teilchen und Wechselwirkungen“ an der Fakultät für Physik und gab die Zusage für die Verlängerung des interdisziplinären Kollegs „Wasserwirtschaftliche Systeme“ bekannt. In den zwei neuen Doktoratsprogrammen können insgesamt 25 JungwissenschafterInnen angestellt werden. Zusätzlich wird eine größere Anzahl assoziierter Mitglieder von den neuen Kollegs profitieren.