Informatik, TU Wien

Nachruf auf Bernhard Gramlich

Die Fakultät für Informatik und der Arbeitsbereich „Theoretische Informatik und Logik“ trauern um Ao.Univ.Prof. DI. Dr. Bernhard Gramlich, der am 3. Juni 2014 nach schwerer Krankheit im 56. Lebensjahr verstorben ist.

Nach Abschluss des Diplomstudiums Informatik an der Universität Karlsruhe trat Bernhard Gramlich eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Kaiserslautern im Sonderforschungsbereich „Künstliche Intelligenz – Wissensbasierte Systeme“ bei Jürgen Avenhaus und Kurt Madlener an, wo er 1996 auch promovierte. Ein Marie-Curie-Fellowship ermöglichte ihm im Anschluss daran einen zweijährigen Forschungsaufenthalt am INRIA Lorraine (heute LORIA) in Nancy in der Gruppe von Hélène und Claude Kirchner. Im März 1998 wechselte Bernhard Gramlich an die Technische Universität Wien in den Arbeitsbereich „Theoretische Informatik und Logik“ um Alexander Leitsch, wo er nach erfolgreicher Habilitation im Jahr 2000 zum außerordentlichen Universitätsprofessor ernannt wurde.

Mit Bernhard Gramlich verlieren wir einen international renommierten Wissenschafter, dessen Interesse dem gleichheitsbasierten Schließen galt. In einflussreichen Arbeiten untersuchte er Eigenschaften von Termersetzungssystemen, Methoden zur formalen Spezifikation und Verifikation sowie die Grundlagen deklarativer Programmiersprachen. Er wirkte bei zahllosen Konferenzen, Journalen, Doktorats- und Habilitationskommissionen mit und erwarb sich den Ruf eines hochqualifizierten, der wissenschaftlichen Exzellenz und Ethik verpflichteten Experten.

Mit Bernhard Gramlich verlieren wir auch einen engagierten Lehrer, dem es ein Anliegen war, die komplexen Sachverhalte der Theoretischen Informatik und Logik verständlich darzustellen. Besonderes Augenmerk widmete er seinen Diplom- und Doktoratsstudentinnen und -studenten, mit denen er in intensiven Arbeitssitzungen neue Resultate und ihre korrekte Darstellung erarbeitete.

Am meisten vermissen werden wir unseren Freund und Kollegen Bernhard. Stets ausgeglichen, besonnen, unaufgeregt war er der Ruhepol unserer Gruppe. Sein ausgeprägter Ordnungssinn, seine Frankophilie, die unvermeidlichen handgedrehten Zigaretten sowie das Interesse und die Freundlichkeit, mit denen er seinen Mitmenschen gegenüber trat, werden fehlen.

Gernot Salzer, für die Fakultät für Informatik und den Arbeitsbereich