Informatik, TU Wien

Vienna Gödel Lecture 2014

Bei der Vienna Gödel Lecture entführt der jüngste Informatikprofessor, Erik Demaine, sein Publikum in die Welt der Falt-Algorithmen und Origami-Skulpturen.

Algorithms Meet Art, Puzzles, and Magic

Zur Vienna Gödel Lecture der Fakultät für Informatik am 4. Juni 2014 kam der Kanadier Erik Demaine nach Wien. Er wurde vor 13 Jahren – im Alter von 20 Jahren – zum allzeit jüngsten Informatikprofessor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) bestellt. Bereits als Kind gestaltete und produzierte er mit seinem Vater Geduldspiele, die in Spielwarengeschäften im ganzen Land vertrieben wurden. Inspiriert von der Mathematik im künstlerischen Schaffen und inspiriert von der Kunst in der Lösung mathematischer Problemstellungen vertieften sich die beiden immer stärker in die Entwicklung von Algorithmen und deren Umsetzung in Form von Skulpturen.

Die Mathematik als eine eigene Kunstform betrachtend, strebt Erik Demaine an, deren Schönheit durch Medien wie Skulpturen, Rätsel, Geduldsspiele und Magie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Diese künstlerischen Leistungen bieten tiefe Einblicke in die zugrundeliegende Mathematik, indem Beobachtungsgegenstände physisch angreifbar werden, interessante Spezialfälle erforscht werden und nicht zuletzt indem durch diese neue Problemlösungen ermittelt werden können.

Erik Demaine gab umfassende Einsichten in seine Arbeit, wie das erste Schriftartdesign zur Herstellung von Transformationsrobotern und die Beschäftigung mit gekrümmten Falten im Origami zu Skulpturen im New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) geführt haben. Auf das Publikum warten zudem Live-Vorführungen.

Biografie von Erik Demaine

Erik Demaine ist Informatikprofessor am Massachusetts Institute of Technology. Demaine‘s Forschungsinteressen erstrecken sich im Bereich der Algorithmen von Datenstrukturen zur Verbesserung der Websuche bis hin zur Falt-Geometrie von Proteinen. 2003 erhielt Erik Demaine die MacArthur Fellowship als "computational geometer tackling and solving difficult problems related to folding and bending — moving readily between the theoretical and the playful, with a keen eye to revealing the former in the latter". Er verfasste gemeinsam mit Joseph O‘Rourke das Buch "Geometric Folding Algorithms" (2007) über die Falttheorie. Das Werk "Games, Puzzels and Computation", in dem die computationale Komplexität von Spielen thematisiert ist, veröffentlichte er 2009 gemeinsam mit Robert Hearn.

Mit seinem Vater Martin beschäftigt sich Erik Demaine mit der Verbindung von Mathematik und Kunst. Seine Papierskulpturen sind in einer Dauerausstellung im Museum of MOdern Art in New York sowie in der Renwick Galerie in Washington DC zu sehen.

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