Informatik, TU Wien

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Informatik für Integration

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Im Sommer 2015 wurde Welcome.TU.code als gemeinsame Initiative von Lehrenden und Studierenden der Fakultät für Informatik der TU Wien gegründet, um jugendlichen Asylwerber*innen eine Möglichkeit zu bieten, sich weiterzubilden und Perspektiven für ihr zukünftiges Leben zu finden.

Anfangs war geplant, dass Studierende mit den Kursteilnehmer*innen einfache Computerspiele programmieren, um einen unkomplizierten, visuellen Zugang zum Programmieren zu schaffen. In der Praxis stellte sich dann aber heraus, dass die einzelnen Teilnehmer*innengruppen über ein sehr unterschiedliches Vorwissen verfügten und gleichzeitig sehr schnell lernten. Daher musste das Curriculum, das ursprünglich von Peter Purgathofer und Niko Kodzic entwickelt wurde, von den unterrichtenden Studierenden stark angepasst und erweitert weden. Nach vier Wochen hatten ungefähr fünfzig jugendliche Asylwerber*innen aus Afghanistan, Syrien, Somalia, dem Iran und weiteren Ländern die Kurse erfolgreich absolviert und stolz ein Zertifikat entgegengenommen.

Uns ist es wichtig, mit dieser Initiative ein Zeichen zu setzen und die Jugendlichen in Österreich willkommen heißen“, sagt Hannes Werthner, Professor an der TU und einer der Initiatoren der Welcome.TU.Code Initiative. Kathrin Conrad, Studentin und Vertreterin der Fachschaft Informatik, ergänzt: „Wir wollen im Rahmen unserer Möglichkeiten zeigen, dass Integration auch (anders) funktionieren kann“.

Das positive Feedback von allen Beteiligten – Asylwerber*innen gleichermaßen wie Studierenden – zeigte, dass das Projekt unbedingt weitergeführt werden sollte.

Im Herbst 2015 übernahmen Nysret Musliu und Reinhard Pichler die Leitung des Projekts. Gemeinsam mit Fakultäts- und Fachschaftangehörigen, die schon im Sommer dabei waren,  wurde kurzerhand eine reguläre Lehrveranstaltung  geplant, in deren Rahmen über 20 Studierende Computerkurse für Asylwerber*innen auf drei Niveaus  (Computereinführung für Anfänger*innen, ECDL Base Module, Einführung ins Programmieren) abhalten. Die Curricula wurden unter tatkräftiger Mithilfe von Gerald Futschek, Peter Purgathofer und Niko Kodzic konzipiert. 

Dank schon vorhandener Kontakte und guter Zusammenarbeit mit den Unterbringungen erfuhren viele potenzielle TeilnehmerInnen vom Bildungsangebot. Über 50 Jugendliche nahmen im Wintersemester 2015/16 an Computerkursen teil und mehr als die Hälfte absolvierte die Kurse bis zum Ende. Während des Abschlussfestes am 27. Jänner 2016 wurden ca. 30 Flüchtlingen Urkunden für die erfolgreiche Absolvierung der Computerkurse überreicht.

Im Rahmen der Vorbereitung der Studierenden auf die Computerkurse fand eine didaktisch-psychologische Einführung mit Andrea Lackinger von der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung und mit Kathrin Conrad als ehemaliger Organisatorin statt. Dabei wurden den Studierenden ein Einblick in psychologische Auswirkungen von Gewalt, Flucht und Krieg sowie praktische didaktische Tipps für die Gestaltung des Unterrichts gegeben.

Im Sommersemester 2016 hatten sich über 100 Personen angemeldet - wesentlich mehr als die vorhandenen Plätze. In insgesamt sechs Kursen zu ca. 12 Teilnehmer*innen wurden pro Woche 70-80 jugendliche Asylwerber*innen unterrichtet.

Im Wintersemester 2016 nahmen 50 Personen an insgesamt drei Gruppenkursen zum Thema PC-Grundlagen teil. Zusätzlich gab es zum ersten Mal auch Intensiv-Programmierkurse in Kollaboration mit Teach for Austria, an denen 19 Asylwerber*innen teilnahmen. Das Engagement der Informatik-Studierenden, welche die Kurse abhalten, ist beachtlich: Von 22 Studierenden im Wintersemester 2015 ist nun die Beteiligung auf 50 Studierende im Wintersemester 2016 gestiegen.

Darüber hinaus ging die Initiative eine Kooperation mit dem Büro von Dr. Christian Konrad, Flüchtlingskoordinator im Auftrag der Bundesregierung, ein und bot Unterstützung bei der Umsetzung des Refugee Mentoring Programmes an. Im Rahmen dieses Programmes, welches vom Verein Wirtschaft für Integration organisiert wird, haben Studierende der Fakultät für Informatik eine Computerstation mit mehreren Geräten betreut. Dort wurden Computerkenntnisse von Aslywerber*innen getestet, die sich um Plätze beim Mentoring Programm bewarben. Die Initiative welcome.TU.code hat auch mehrere Aufgaben für diese Tests bereitgestellt.

Kooperationen

Im Rahmen der "REFUGEES WELCOME @ TU WIEN" Initiative der TU Wien kam es zu einer Zusammenarbeit mit anderen Fakultäten. Zum Beispiel wurde im Projekt "Routes? Roots!" der Fakultät für Architektur und Raumplanung eine Webseite mit wichtigen Informationen für neuankommende Flüchtlinge erstellt. Für StudentInnen der Fakultät für Informatik bot sich die Möglichkeit, hier im Rahmen von Praktika (dt. /eng.) im Masterstudium mitzuarbeiten.

Das Projekt "Routes? Roots!" schloss sich noch vor der Fertigstellung der Webseite mit der Initiative „new here“ zusammen, die ein ähnliches Ziel verfolgt. Die gemeinsam entwickelte Webseite wurde schließlich am Weltflüchtlingstag (20.6.) präsentiert: https://www.newhere.at. Wesentliche Teile der Software wurden von StudentInnen der Fakultät für Informatik erstellt.

 


Kontakt

welcome.TU.code@tuwien.ac.at

Medienberichte

Filmbeitrag Wien Heute Sa, 01.08.2015 19.00 Uhr

Der Standard vom 11.08.2015 Seite: 3 Ressort: THEMA Von: Oona Kroisleitner Bundesland, Bundesland Abend: Wenn Pacman gegen die Flüchtlingskrise kämpft

Unterstützung

Dieses Projekt wurde und wird unterstützt von Mensa, INTU, Heuer am Karlsplatz, Österreichische Computer Gesellschaft, Herdt Verlag und vom Institut zur Förderung des IT-Nachwuchses.

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Institut zur Foerderung des IT-Nachwuchses