Informatik, TU Wien

Helmut Veith posthum ausgezeichnet

Er hätte einen hochdotierten ERC Advanced Grant bekommen – leider hat Helmut Veith diesen Erfolg nicht mehr erlebt.

Text von Florian Aigner

ERC Advanced Grants gehören zweifellos zu den prestigeträchtigsten und höchstdotierten Forschungspreisen, die in Europa vergeben werden. Diese Auszeichnung wäre Prof. Helmut Veith bei der aktuellen Vergabe von ERC-Grants zuteil geworden. Leider kann er sich über diesen Grant nicht mehr freuen: Helmut Veith verstarb am 12. März 2016 im 46. Lebensjahr.
Nachdem ERC-Grants personenbezogen vergeben werden, kann Helmut Veiths Projekt nicht umgesetzt werden. Trotzdem wird Helmut Veiths Forschungsrichtung – die Arbeit an Verifikationsmethoden für Computerprogramme – von seinen Kolleginnen und Kollegen weitergetragen.

Ein Problem – viele Prozessoren

In Helmut Veiths ERC-Forschungsprojekt HYDRA hätten Methoden entwickelt werden sollen, um verteilte Algorithmen auf Fehler zu untersuchen. Solche verteilten Algorithmen kommen immer häufiger zum Einsatz: Sie finden sich dort, wo mehrere Prozessoren zur selben Zeit an einem Problem arbeiten. In modernen Flugzeugen oder Autos sind heute zahlreiche Computerprozessoren eingebaut, die Daten-Input von verschiedenen Sensoren erhalten. Wie können solche Systeme programmiert werden, sodass sie garantiert das richtige Ergebnis liefern, auch wenn vielleicht irgendwo ein Sensor defekt ist? Wie können Programmierfehler in so komplexen Anwendungen gefunden und eliminiert werden? Solche Fragen werden immer wichtiger – nicht nur in der Luftfahrt- und Automobilindustrie, sondern auch im Cloud Computing und Hardware Design, für große Computernetzwerke und das „Internet der Dinge“.

Verteilte Algorithmen zeigen komplexe Wechselwirkungen mit ihrer Rechenumgebung und sind für Menschen nicht einfach durchschaubar. Bisher wurden nur wenige Werkzeuge entwickelt, die Menschen dabei unterstützen, logische Fehler während des Designprozesses solcher Algorithmen zu entdecken. Um diese Lücke zu schließen, hat Helmut Veith das Projekt HYDRA (Harnessing Model Checking for Distributed Algorithms) initiiert.

Helmut Veith lieferte wichtige Beiträge für sein Forschungsgebiet Computer Aided Verification (CAV) und Model Checking. Der ERC-Grant hätte ihm die Möglichkeit gegeben, sein umfangreiches Wissen und seine wissenschaftliche Kreativität in diesem Bereich auch auf verteilte Algorithmen auszudehnen. Auch wenn sein ERC-Projekt nun nicht mehr gestartet werden kann – die Forschung an logischen Methoden in der Informatik wird auch weiterhin ein wichtiges Forschungsgebiet an der Fakultät für Informatik der TU Wien bleiben.