Informatik, TU Wien

Zwei ERC Grants für Forscher der Fakultät für Informatik

Der international renommiert Forscher Georg Gottlob erhält den mit bis zu 2,5 Mio. Euro dotierten Advanced Investigators Grant des European Research Council (ERC). Gleichzeitig ist es der Fakultät für Informatik gelungen, Dr. Stefan Szeider an die TU Wien zu holen, der vor wenigen Wochen den Starting Independent Researcher Grant des ERC in der Höhe von 1,5 Mio. Euro erhalten hat.

Der international renommiert Forscher Georg Gottlob erhält den mit bis zu 2,5 Mio. Euro dotierten Advanced Investigators Grant des European Research Council (ERC). Gleichzeitig ist es der Fakultät für Informatik gelungen, Stefan Szeider an die TU Wien zu holen, der vor wenigen Wochen den Starting Independent Researcher Grant des ERC in der Höhe von 1,5 Mio. Euro erhalten hat.

Rektor Peter Skalicky: "Die ERC-Grants sind ein Ausweis für hervorragende wissenschaftliche Leistung. Die TU Wien ist stolz auf die Preisträger, die sich gegen starke internationale Konkurrenz durchgesetzt haben, und wird sie nach Kräften unterstützen!" An der TU Wien gibt es mit der Physikprofessorin Silke Bühler-Paschen bereits eine Advanced Researcher Grant Preisträgerin.

Gerald Steinhardt, Dekan der Fakultät für Informatik freut sich über die beiden Erfolge: "Die Zuerkennung dieser ERC-Grants zeigt, dass die Fakultät für Informatik international hervorragend positioniert ist."

Georg Gottlob ist seit 1988 Professor am Institut für Informationssysteme der TU Wien. Im Jahr 2006 folgte er einem Ruf an die Universität Oxford, wo er als Professor für Computing Science tätig ist. Er blieb der Fakultät und seinem Institut aber weiterhin im Rahmen einer Teilzeitprofessur erhalten und so wird er den ERC-Grant auch dazu nutzen, die bestehenden wissenschaftlichen Kooperationen zwischen der Fakultät für Informatik an der TU Wien und Oxford auszubauen und zu intensivieren.

Stefan Szeider hat bei der aktuellen Ausschreibung einen ERC Starting Grant gewonnen, eine Art Pendant zum START-Programm des FWF auf europäischer Ebene. Der Fakultät für Informatik ist es gelungen, Szeider an die TU Wien zu holen, an der er nun seit Anfang November wissenschaftlich tätig ist. Seine Forschung befasst sich mit der Entwicklung effizienter Algorithmen zur Lösung komputationaler Probleme. Schwerpunkte sind dabei Probleme der Künstlichen Intelligenz sowie Probleme in Graphen und Netzwerken.

Kurzbiographie Georg Gottlob

Professor Georg Gottlob ist ACM Fellow, Wittgenstein Preisträger und Mitglied der Österreichschen Akademie der Wissenschaften, der Deutschen Akademie der Wissenschaften "Leopoldina" sowie der Academia Europaea (London). Gottlob leitete das erste CD-Labor (Expertensysteme) der Christian-Dopplergesellschaft und ist Mitgründer der Firma Lixto Software GmbH.

In der Forschung beschäftigt sich Gottlob vor allem mit Datenbank-Theorie, im Besonderen mit den so genannten query languages (Abfragesprachen), mit Informationsverarbeitung im Web sowie Komplexitätstheorie. Als ACM-Fellow wurde er für seine Leistungen auf dem Gebiet der „theory of artificial intelligence and database systems“ ausgezeichnet.

Nach seinem Doktorat an der TU Wien war Gottlob am Italian National Research Council in Genua und am Politecnico di Milano tätig sowie als McKay Visiting Professor am UC Berkeley. Er war geladener Vortragender bei vielen internationalen Konferenzen, verantwortlicher Herausgeber des wissenschaftlichen Zeitschrift „Artificial Intelligence Communications“ und ist Mitherausgeber von internationalen wissenschaftlichen Journalen.

Kurzbiographie Stefan Szeider

Stefan Szeider war nach seinem Diplomstudium der Logistik an der Universität Wien am Institut für Diskrete Mathematik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften tätig und promovierte 2001 an der Universität Wien in Mathematik. Anschließend ging er als Erwin-Schrödinger-Stipendiat für zwei Jahre nach Kanada, wo er in der Forschungsgruppe von Professor Stephen A. Cook (dem Begründer der Theorie der NP-Vollständigkeit) an der University of Toronto arbeitete. Seit 2004 forschte und lehrte er an der University of Durham in Großbritannien als Mitglied einer der führenden Forschungsgruppen zu Algorithmen und Komplexität in Europa. Er leitete dort verschiedene Forschungsprojekte und wurde 2009 Reader in Computer Science.

In der Forschung beschäftigt sich Szeider vor allem mit komputationalen Problemen und deren Lösung mittels effizienter Algorithmen. Einen Schwerpunkt stellt die Anwendung von Methoden der Diskreten Mathematik auf verschiedene Probleme der Künstlichen Intelligenz und Logik dar. Einzelne seiner Hauptforschungsthemen sind Erfüllbarkeit, Parametrisierte Algorithmen, Probleme in Graphen und Netzwerken, und Beweiskomplexität. Szeider hat zahlreiche Publikationen verfasst und war geladener Vortragender bei verschiedenen internationalen Konferenzen und Forschungsinstitutionen.

ERC Grants

Der ERC schreibt auf europäischer Ebene seit 2008 die renommierten Advanced Investigator Grants sowie die Starting Independent Researcher Grants aus. Die beiden Programme entsprechen in etwa dem Wittgenstein-Preis bzw. dem START-Programm des FWF.

Nationale Kontaktstelle für das Programm ist die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Mehr Information unter http://rp7.ffg.at/ideen_erc.